Liebe Ernteteilende,
Liebe
Ernteteilende,
in dieser Woche ist noch das Pflanzen bzw. Säen von drei weiteren Kulturen geplant. In der Gärtnerei werden die Stangenbohnen im Gewächshaus 3 gelegt und im Freiland werden auf Block 2 die Beete geräumt, um hier den nächsten Satz Kürbis zu pflanzen. Die Frühkulturen, die wir hier im März gemeinsam gepflanzt haben, sind nun alle geerntet und machen Platz für den Herbstklassiker. Zwischen den bereits gepflanzten Kürbissen haben wir das Unkraut diese Tage gejätet und nun wird auch dieses Beet mit Silage gemulcht. Das Mulchen, also den Boden bedecken, ist eine hervorragende Technik, um den Boden zu schützen: vor zu kräftiger Sonneneinstrahlung und Austrocknung, vor Errosion durch Starkregenereignisse oder durch Wind, sowie um die Keimung von zusätzlichen Beikräutern (die auch nichts anderes wollen als einen offenen Boden zu bedecken) zu vermeiden. Und gleichzeitig zersetzt das Bodenleben das Mulchmaterial und macht es als Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar oder baut es in den Humus mit ein. Während draußen die ersten Sätze Zuckermais gut gestartet sind und nun gehackt werden müssen, wollen wir nun die letzte Sorte pflanzen. Durch die versetzten Pflanztermine erhalten wir im Spätsommer ein längeres Erntefenster und können euch über einen längeren Zeitraum die leckeren Kolben anbieten.
Aktuelles aus unserer Arbeit
In der landwirtschaftlichen Praxis der Demeter-Höfe werden das Jahr über verschiedene biologisch-dynamische Präparate eingesetzt. Eines davon ist das sogenannte “Hornmistpräparat”. Es gehört neben dem “Hornkiesel” zu den Spritzpräparaten. Das Hornmistpräparat wird auf den offenen Boden gespritzt und regt hier das Bodenleben und das Wurzelwachstum der Pflanzen an.
Um es zu gewinnen, werden im Herbst Kuhhörner mit Kuhfladen gefüllt und in der Erde vergraben. Hier vollzieht sich über das Winterhalbjahr eine Verwandlung von einem einfachen organischen Dünger zu dem nach Erde duftendem Präparat, einer Hochpotenz an Mikroorganismen, mit der wir dann im Frühjahr unsere Böden impfen.In der letzten Woche haben wir nun die Hörner wieder ausgegraben und nun werden die diese ausgeklopft. Wie all unsere Präparate bewahren wir es in unserer Präparate-Rotunde auf. Dieses kleine runde Gebäude findet ihr im Garten rechts neben dem Hofladen.
Neu in diesem Jahr
Ihr habt ab jetzt die Möglichkeit, einen Obstanteil für 8,- Euro im Monat zu eurem Anteil dazuzubuchen. Dafür gibt es dann ab ca. Ende August bis Mai/Juni 400 bis 500g Äpfel, bzw. Birnen vom Obsthof Sommerland pro Woche. Ich habe euch dazu schon einmal eine Mail mit allen Informationen geschickt. Starten können wir damit, sobald sich 10 Teilnehmende angemeldet haben. Derzeit möchten acht von euch mitmachen, fehlen also noch zwei. An alle, die jetzt neu in unserer Solawi sind, schicke ich gerne noch einmal die Mail. Schickt mir bei Interesse eine kurze Rückmeldung und wenn ihr noch Fragen dazu habt, meldet euch gerne bei mir.
Frage der Woche: Warum sind die Kartoffeln "Linda" so gut?
Die ‘Linda’ ist schon seit langem eine der bekanntesten und beliebtesten Kartoffelsorten, sie wurde sogar 2007 die ‘Kartoffel des Jahres’ Es gibt sie schon seit 1974. Auch Kartoffelsorten werden ja gezüchtet und hier ist dem Zuchtkonzern ein besonders guter Geschmack gelungen. Wie er das gemacht hat, kann ich leider nicht mehr herausfinden. Dass sie bei uns aber nochmal besonders gut schmeckt, wird daran liegen, dass wir uns sehr viel Mühe mit einem gesunden Boden geben, in dem unser Gemüse alle notwendigen Nährstoffe zum Wachsen findet.
Wir benutzen ausschließlich organischen Dünger und stärken unsere Pflanzen während der Kulturführung mit verschiedenen Präparaten. – Es sind übrigens auch besonders Winzer, die sich für den biologisch-dynamischen Anbau und den Einsatz der Präparate interessieren, weil im Weinanbau die Qualität und der Geschmack eben eine so zentrale Rolle spielen. – Im letzten Jahr waren die Wachstumsbedingungen für Kartoffeln besonders gut, so dass wir nicht nur eine sehr große Ernte hatten, sondern auch eine besonders gute Qualität. Interessant ist, dass der Konzern, dem die Lizenzrechte an der ‘Linda’ gehört, diese tolle Sorte kurz vor Ablauf der Sortenschutzzeit von 30 Jahren vom Markt nehmen wollte, weil er danach keine Gebühren mehr damit verdienen konnten. Zum Glück haben sich einige Bauern mit Verbrauchern, Verbänden und Vereinen zusammengeschlossen, den “Verein zur Rettung der Linda” gegründet und nach einem langen Rechtsstreit die Zulassung für den freien Anbau gewonnen.
Infos Zum Inhalt der Erntekisten
Im Herbst ist es eine große Herausforderung während der Ernte alle Großkisten mit den verschiedenen Sorten Kartoffeln im Kühlraum einzulagern. Dafür braucht es eine ausgeklügelte Logistik, um während der Sortiersaison auf alle zugreifen zu können. Bislang hat das immer gut geklappt, aber im letzten Jahr hat sich wohl eine Kiste ‘Rosara’ zwischen die ‘Linda’ gemogelt. Diese haben wir nun entdeckt und sortieren sie für euch, so dass ihr noch einmal in den Genuss der schönen roten Kartoffel kommt. Auf die ‘Linda’ müsst ihr trotzdem nicht verzichten, wie gewohnt stellen wir euch drei Kisten in den Vorraum des Bauwagens. Pastinaken und Möhren gibt es als Wurzelgemüse. Beide können gerieben eine leckere Zutat zum Salat sein, ebenso wie der Fenchel aus der Gärtnerei. Die Minigurken wachsen richtig gut, deshalb gibt es auch für die kleinen Anteile dieses Mal zwei Stück, für die großen sogar drei.
Inhalt Standard-Anteil in dieser Woche
- 1 Kopf Salat
- 1 Bund Schnittlauch
- 2 Stück Fenchel
- 3 Stück Minigurken
- 1 kg Möhren
- 700 g Pastinaken
- 1,2 kg Kartoffeln, Rosara
Inhalt Single-Anteil in dieser Woche
- 1 Kopf Salat
- 1 Bund Schnittlauch
- 1 Stück Fenchel
- 2 Stück Minigurken
- 600 g Möhren
- 300 g Pastinaken
- 700 g Kartoffeln, Santera
Termine
- Unsere Gärtnerei - ein Rundgang am 27.06.2026
Wer noch mehr über unsere Gärtnerei und das Prinzip Market Gardening erfahren möchte, ist herzlich eingeladen an unserer nächsten Führung teilzunehmen. Mehr Infos hier.
Euch allen eine gute Woche – bis Freitag!

